Yogablog

Digitales TEISHO

6 Jan 2022

In TEISHOS befasst sich der Lehrer mit den Inhalten des Zen.

                                                          Stuttgart, am Dreikönigstag

Liebe Aktive des Zen,

weil ich in diesen Anfangstagen 2022 an euch denke und nicht möchte, dass wir „sehenden Auges an der Wirklichkeit sterben“ (Andreas Knapp), sondern gerade in schwierigen Zeiten wachsen und leben, ein paar Sätze zum Neuen Jahr.

Geht der Blick auf den Geist der Zeit, gibt es nicht viel Grund zur Freude. Freudlos die letzten Reste unseres Optimismus zusammenzukratzen, im Übrigen auf hohem Niveau zu klagen, das aber kann kaum unser Schicksal sein.

Woher soll die aufbauende, intellektuell und spirituell vertiefende Erkenntnis kommen?

Durch Sitzen. Durch das Sitzen in der Stille erfahren wir, was sich vor dem inneren Auge meldet. Und wenn wir das Geschaute voll und ganz annehmen, löst es sich wunderbarerweise auf.

Inmitten all dessen, was uns umtreibt, ganz zu uns zu kommen, ganz bei uns selbst zu sein und zu bleiben, was die Herausforderung des Lebens überhaupt ist, wie wir spätestens seit dem delphischen Gnothi seauton (Erkenne das Wahrhafte des Menschen) wissen, das ist angesichts der Lage, in der wir uns heute befinden, das Besondere der Herausforderung.

Wie schaffen wir das?

Was ist eure Antwort? – Ihr ahnt oder wisst, was meine Antwort ist(?): Durch Sitzen in der Stille! Ich wiederhole den wichtigen Vorgang nochmals mit etwas anderen Worten: Wo ich ganz Gegenwart werde, weichen die Probleme zurück, die zunächst noch vermehrt auftreten mögen. Sie treten dann aber zurück und bei Annahme  verschwinden sie tatsächlich. Im Annehmen liegt eine heilsame Zauberkraft. Das Annehmen führt zu dem, was wir dann spirituell mit Aufhebung treffend bezeichnen.

Im negativsten Fall, in dem wir unsere Zerrissenheit spüren, meine Bitte: Bleibt auf eurem Posten!

Auf dem Posten zu bleiben, darin sehe ich die menschliche Aufgabe in unserer besonders herausfordernden Zeit.

Ich wünsche euch, dass ihr euch weiter eifrig (oder wenigstens ein wenig) darum bemüht, zu euch zu kommen, auf dem Posten zu bleiben. Ihr werdet spüren, dass Friede aus eurem Innersten heraufwächst, ja tatsächlich, dass es diesen gibt (!), er da ist (!). Ihr werdet heil werden, werdet euch aufgehoben fühlen, werdet Zufriedenheit erlangen.

Im Wissen darum, dass wir Aufgehobene sind, grüße ich euch von Herzen, euer kh 

+

Das neue Jahr hören

24 Dez 2021

Es wird erzählt, dass Rumi einmal gefragt wurde, was Musik für ihn sei.

Rumi antwortete: "Musik ist das Knarren der Tore des Paradieses."

Da rief einer: "Das Knarren von Toren schmerzt in meinen Ohren und gefällt mir gar nicht."

Rumi sprach darauf: "Du hörst die Tore, die sich schließen - ich höre die Tore, die sich öffnen."

Frohe und friedliche Feiertage und ein paradiesisches und gesundes neues Jahr  

wünscht mit herzlichen Grüßen der Storyguide

Christian Kayed

und

Klaus Graf

Gelb als Farbe der Ausgrenzung

18 Nov 2021

Der gelbe Judenstern zur Zeit des Nationalsozialismus war keine neue Erfindung. Papst Innozenz III. verfügte 1215 auf einem Konzil, dass sich vor allem jüdische, aber auch muslimische Männer und Frauen durch ihre Kleidung von der christlichen Bevölkerung zu unterscheiden hätten. Diese Kennzeichnung sollte jeden über das Notwendige hinaus gehenden Kontakt einschränken und besonders Mischehen verhindern. In den einzelnen europäischen Ländern entstanden verschiedene Zeichen zur Unterscheidung, etwa ein wollener Ring, ein Rad, ein Streifen oder einfach ein Fleck, der auf die Kleidung genäht wurde; in Deutschland gab es schon seit 1180 den spitzen Hut mit abschließendem Knauf. Alle diese diskriminierenden Zeichen haben eines gemeinsam: sie sind gelb.
Mit der Farbe Gelb wurden die folgenden drei- bis vierhundert Jahre lang nicht nur die Juden und Jüdinnen gesellschaftlich ausgegrenzt, sondern auch das fahrende und bettelnde Volk sowie Prostituierte.

Kleider machen Leute

Im Spätmittelalter ermöglichte die Art und Farbe von Kleidung eine genaue Zuordnung, welcher Schicht jemand angehörte: je größer der Aufwand und Prunk, desto bedeutender waren Rang, Macht und Ehre. Bauern wurde häufig vorgeschrieben, nur billige graufarbene Stoffe zu verwenden; auch das Stadtbürgertum sollte sich in vielen Fällen nur bis zu einem gewissen Maß mit Seide, Juwelen und anderen teuren Accessoires schmücken. Verstöße wurden mit teilweise beträchtlichen Geldbußen geahndet, konnten aber nicht verhindern, dass das aufstrebende Bürgertum den Adel immer mehr nachahmte und die gesellschaftliche Zugehörigkeit immer schwerer zu bestimmen war. Sogar Mönchen und Nonnen musste die Kirche immer wieder Vorschriften erteilen, keine Pelze, gold- und silbergeschmückte Gürtel und bunte edle weltliche Gewänder zu tragen. Die hohe Zahl an städtischen wie kirchlichen Kleiderordnungen lässt auf fortwährende Übertretungen rückschließen.
Neben der jüdischen Bevölkerung wurden besonders Prostituierte durch diese Kleiderordnungen sichtbar gemacht und gesellschaftlich ausgeschlossen. In Wien etwa geschah dies durch ein gelbes Tüchlein, von einer Hand breit und einer Spanne lang an der Achsel, in Leipzig durch ein langes gelbes Band, in Meran durch ein gelbes Fähnchen am Schuh. Manchmal konnten es auch andere Farben sein: in Köln ein roter Schleier, in Straßburg ein Schleier mit zwei Finger breitem grünen Strich. Auch wenn es in den einzelnen Ländern und Städten durchaus Unterschiede gab, wurde in erster Linie die Farbe Gelb zur Ausgrenzung eingesetzt.

Warum gelb?

Im wesentlichen gibt es drei Theorien, warum die Farbe Gelb verwendet wurde. Am häufigsten wird die Meinung vertreten, dass zwischen einem kräftigen Rotgelb, das Licht und Freude vermittle, und einem fahlen Grüngelb unterschieden worden sei; dieses kalte, blasse und negativ besetzte Gelb habe die gesellschaftlichen Randgruppen gekennzeichnet. Andererseits galt Gelb seit der römischen Kaiserzeit als die galante, die erotische Farbe; die Kirche habe in ihrer Ablehnung der Erotik deshalb das Gelb, vor allem das Schwefelgelb, dem Teufel und allem Sündhaften zugewiesen. Es könnte aber auch sein, dass die Farbe Gelb im Gegensatz zu den anderen Farben, die bestimmten Gruppen zugeordnet waren wie vor allem Rot den herrschenden Schichten, keine besondere Bedeutung hatte und als sozusagen freie Farbe herangezogen wurde.

Scheinheiligkeit

Es wird erzählt, dass, als im 15. Jahrhundert das Konzil von Basel tagte und hunderte geistliche Würdenträger in der Stadt weilten, keine gelben Stoffe mehr erhältlich waren. Bei so manchem kirchlichen wie weltlichen Großereignis scheinen ebenso viele Prostituierte wie restliche Teilnehmer anwesend gewesen zu sein. Obwohl Prostitution verdammt und an den Rand gedrängt wurde, wurde sie doch in allen Schichten in Anspruch genommen und erwies sich obendrein als äußerst einträglich.
Viele Städte hatten eigene Gebäude mit registrierten Prostituierten. Diese sogenannten Frauenhäuser wurden von der Frauenwirtin oder dem Frauenwirt geführt, die teils von den Stadtobrigkeiten auf ihre Ämter vereidigt wurden und oft beträchtliche Abgaben und Zinsen zahlen mussten. Hatten öffentlich geduldete Prostituierte in städtischen Frauenhäusern noch einen gewissen Schutz, so waren fahrende und freie Prostituierte schutzlos ihren Freiern ausgeliefert. In Innsbruck befand sich das Frauenhaus vermutlich in der Schlossergasse; am Ende des 16. Jahrhunderts wurde es wie viele andere geschlossen, unter anderem wegen der in ganz Europa auftretenden Syphilis.

Christian Kayed, Innsbruck, http://www.storyguide.at

Literatur:
Alltag im Spätmittelalter. Hrsg. von Harry Kühnel. Graz – Wien – Köln 1984 Bildwörterbuch der Kleidung und Rüstung. Hrsg. von Harry Kühnel. Stuttgart 1992
Frauenleben in Innsbruck. Hrsg. von Ellinor Forster, Ursula Stanek, Astrid von Schlachta. Innsbruck 2003

Stuttgarter Schulderklärung

18 Okt 2021

Auszug aus dem Wortlaut der Stuttgarter Schulderklärung.

Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschlad begrüßt bei seiner Sitzung am 18./19. Oktober 1945 in Stuttgart Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen.

»Wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.

Wir hoffen, dass dem Geist der Gewalt und der Vergeltung, der heute von neuem mächtig werden will, in aller Welt gesteuert, der Geist des Friedens und der Liebe zur Herrschaft komme, in dem allein die gequälte Menschheit Genesung finden kann.

So bitten wir in einer Stunde, in der die ganze Welt einen neuen Anfang braucht: Veni creator Spiritus! Komm, Schöpfer Geist!«

Was ihr aus Corona macht teilt die Gesellschaft

1 Sep 2021

Danke Herr Kretschmann – und Genoss*innen aller Parteien, die da so mit beschließen und verordnen. Euer Beschluss zum 16. August 2021 ist ja super. Ungeimpfte dürfen bald nur noch getestet am sozialen Leben teilhaben. Gratistests werden abgeschafft. Eine kluge Teststrategie für den Winter sieht anders aus. 

... und das ganze noch getoppt, werden Ungeimpfte jetzt vom öffentlichen Leben ausgeschlossen. Aber das Ganze bassiert auf Zahlen und Aussagen, die ich Lügen strafe und bin maßlos enttäuscht u.a. von einem ehemaligen Schulmeister der soviel Scheiße verbreitet, dass ich den garantiert nicht wieder wählen werde. Menschen mit Corona auf Intensivstationen eingeliefert, werden automatisch als Ungeimpfte gezählt??! Merkwürdigerweise haben Geimpfte z.Zt. mehr Erkrankungen und offensichtlich weniger Abwehrkräfte und ein schwächeres Immunsystem!??

Ein Kollege ist auf Palliativstation in einem Stuttgarter Krankenhaus. Bei allen Patienten auf der Station wird Corona festgestellt (jetzt vor drei Tagen, Dienstag, 23.11.2021). Besucher die das mitbekommen und sich testen lassen wollen, weil diese ja definitiv mit den Infizierten in Kontakt waren und somit hotspots sind! wird das Testen von Ärzten abgelehnt. Begründung: Das wird nicht gemacht, weil die Besucher vollständig geimpft sind. Was ist das für eine Scheiße?? Genau diese Personen bewegen sich im öffentlichen Leben überall hin, haben Kontakt mit wem auch immer und können einen Virus verbreiten! Aber die Ungeimpften sind an allem Schuld! Wie blöd seid ihr eigentlich und wo bleibt da noch ein gesunder Menschverstand. Gelernt habt ihr auf jeden Fall gar nichts!

Demokratie sieht anderst aus! ... oder wie ist das? Wer nicht tut was man sagt, wird aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Seit Wochen sehe ich, dass an den Wochenenden in der Stuttgarter Innenstadt, bis in die Morgen und vormittags Stunden, die Nacht hemmungslos durch gefeiert wird; an Ostern: allein aus Deutschland 300 Ferienflieger pro Woche nach Malle; Zehntausende in den Stadien bei der Fußball EM 2021, aber alle Anderen sollen bitte schön eingesperrt zuhause bleiben und sich an alles halten, was da so verordnet wird?! Da frage ich mich: »Habt ihr sie eigentlich noch alle?« Sind es die Ungeimpften, die da an allem Schuld sind? Und bei den Neuinfektionen: Wie viele Geimpfte sind da dabei ... und bei den ganzen Orgien: Wer kontrolliert da was? Da wird total planlos verordnet und entschieden, von Leuten die keine Ahnung haben. Alle die in Deutschland, nach dem Krieg, für Demokratie gekämpft und mit aufgebaut haben, würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie sehen würden, was ihr daraus macht.

Ich weiß, dass es genügend Menschen gibt, die infiziert waren und nicht wussten, dass sie infiziert sind. Ich bin genesen, ohne dass ich weiß woher ich den Virus hatte, da ich keine Kranken kenne, mit denen ich vorher Kontakt hatte und ich kenne niemanden mit denen ich zusammen war, die danach erkrankt sind. Niemand in meinem ganzen persönlichen Umfeld, mit denen ich Kontakt hatte waren infiziert oder wurden von mir infiziert.

So what? Auch ich werde reagieren und keine*n derer die jetzt in Regierungsposition sind wieder wählen. Auch das ist Konsequent!

Ich behaupte, dass ich mich um meine Gesundheit besser kümmere, als ich es von "euch Vertretern unserer Gesellschaft" je erwarten kann – und bin bereit, als mündiger Bürger, selbstständig und anhaltend Verantwortung für mich, mein Leben und meine eigene Gesundheit zu übernehmen.