Yogablog

Lebensmittel vs. Ernährung und Umwelt

1 Aug 2021

Ca. 800 Millionen Menschen sind unterernährt wegen zu wenig Kalorien. Zwei Milliarden leiden unter verstecktem Hunger, einem Mangel, bei dem gewisse Proteine oder wichtige Spurenelemente fehlen; vor allem Eisen, Zink, Vitamin A oder Jod.

Niemand hungert heute, weil das Essen weltweit nicht ausreicht.

Ein Mensch braucht etwa 50 Gramm Protein pro Tag für eine gesunde Ernährung.

Nutztiere zerstören fast drei Viertel des Eiweißes, das sie mit ihrer Nahrung aufnehmen. Das Meiste kommt aus Futter, das auch Menschen verzehren könnten. Tiere können keine Aminosäure produzieren, aus der sich Eiweiße zusammen setzen. Tiere können Eiweiße lediglich speichern oder vernichten.

Wir brauchen keine Tiere für die Eisen, Zink oder Vitamin A Versorgung. 100 Gramm Süßkartoffeln liefert das Vitamin A, das ein Mensch pro Tag braucht. Karotten, Oliven und die meisten grünen Blattgemüse sind ebenso gut.

Tiere sind Hauptvernichter von Eisen und Zink. Tiere fressen mehr als das Zehnfache an Menschennahrung, was sie dann an Eisen, als Fleisch oder Milch liefern. Gleichsam kehrt nur ein Fünftel des Zinks, das Tiere mit Menschennahrung aufnehmen durch Fleisch oder Milch zum Menschen zurück.

Ungefähr ein Drittel aller Antibiotika (ca. 63.000 Tonnen pro Jahr) werden von Tieren geschluckt – und einiges davon kommt über Fleisch und Milch an uns zurück. Tieren wird Antibiotika vor allem verabreicht, um das Wachstum zu stimulieren und Krankheiten vorzubeugen als zu heilen. Ein Resultat ist, dass Tiere resistente Erreger entwickeln und diese an uns weiter geben.

Der schlechte Ruf der Sojabohne ist nicht gerechtfertigt. Die Sojabohne kann nichts dafür, dass ein Großteil an Kühe und Schafe verfüttert wird. Für die menschliche Ernährung ein Desaster, wenn über den Umweg Fleisch zur Ernährung nur knapp ein Zehntel das Gewichtes als Fleisch zurück kommt.

Mit jedem Gramm Sojabohne nimmt der Menschen mehr lebenswichtige Nährstoffe auf, als durch den Verzehr von Rind- oder Lammfleisch.

23% der weltweiten CO₂-Emissionen sind Emissionen von Landwirtschaft und Lebensmitteln. Nahrungs- und Bodenemissionen allein sind so groß, dass sie das Klima in Gefahr bringen. Die größte CO₂-Quelle der Landwirtschaft ist die Abholzung, die vor allem auf die Fleischproduktion zurückzuführen ist.

Zusätzlich zum CO₂ ist auch ein Großteil des Methan-Problems auf Nahrung und Boden zurückzuführen. Die größten Quellen sind die Darmausscheidungen (von Kühen, Schafen und Ziegen, die wiederkäuen und rülpsen), geflutete Reisfelder und verrottende Lebensmittel in schlecht gefüllten Deponien.

Das Fleisch von Geflügel ist effizienter als das von Großtieren. Sie wachsen schneller, vor allem, wenn man sie mit Antibiotika vollstopft und verschwenden wenig Energie, wenn man sie auf engstem Raum hält, damit sie nicht zuviel umherlaufen und sich gegenseitig warm halten. Viel Antibiotika soll helfen Krankheiten zu verhindern, was aber leider zu erhöhten Resistenzen führt.

Tiere können zur Vielfalt und Gesundheit der Ernährung beitragen, jedoch ist es wichtig, den weltweiten Verbrauch von Fleisch und Milchprodukten mindestens um die Hälfte zu senken.

Mäßigung und mehr Auswahlmöglichkeiten sind schon ein guter Anfang. Wenn sich jeder, der die Möglichkeit hat, fragt: »Wollen wir heute Abend Fleisch, Hülsenfrüchte, Bohnen oder Eier essen?«, und zwar ebenso selbstverständlich, wie wir uns überlegen »Essen wir Nudeln, Kartoffeln oder Reis dazu?« Schon dann ergäbe sich eine Verschiebung im gesamten Nahrungssystem, um die Bevölkerung von 2050 zu ernähren.

Fleisch hat immer eine schlechtere CO₂-Bilanz als ihre Alternativen, bei denen Hülsenfrüchte, Getreide und Sojabohnen die klaren Gewinner sind, vor Milchprodukten und Geflügel, während rotes Fleisch einen der hintersten Plätze belegt.

»Willst du was über Kiefern wissen – geh zu den Kiefern« Matsuo Basho

1 Jul 2021

Willst du was über Hatha-Yoga lernen, gehören Umkehrhaltungen mit dazu. Umkehrhaltungen waren und sind ein wesentlicher Bestandteil, des klassischen Hatha-Yoga. Umkehrhaltungen gehören zum Üben gerade so, wie: Stehhaltungen, liegende Haltungen, schnelle Übungsreihen, Drehungen, Rückbeugen, Vorwärtsbeugen und regenerative Asanas, die alle geübt werden sollten.

Wir brauchen gute Grundlagen, auf denen wir weiter aufbauen können. Dazu gehören auch Asanas die Mann/Frau nicht gerne übt. Erst das gibt dem körperlichen Üben ein Ganzes. Und genau dieses gesamte Übungskonzept, bereitet in einer sichern Art und Weise auf Pranayama, Konzentration und Meditation vor.

»If you practice yoga once a week, you will change your mind. If you practice yoga twice a week, you will change your body. If you practice yoga every day, you will change your life.« B.K.S. Iyengar

Willst du dich intensiver mit klassischem Hatha-Yoga beschäftigen, bedeutet das, dass Umkehrhaltungen, wie: Handstand, Unterarmstand, Kopfstand, Schulterstand, Pflug usw. mit zur Basis deines Übens gehören.


Handstand: Adho Mukha Vrksasana, Full-Arm Balance
Handstand: Adho Mukha Vrksasana, Full-Arm Balance
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Unterarmstand: Pincha Mayurasana, Elbow Balance
Unterarmstand: Pincha Mayurasana, Elbow Balance
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Kopfstand: Salamba Sirsasana, Head Balance, »König der Asanas«
Kopfstand: Salamba Sirsasana, Head Balance, »König der Asanas«
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Halber Pflug mit Hilfsmitteln: Ardha Halasana
Halber Pflug mit Hilfsmitteln: Ardha Halasana
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Schulterstand: Salamba Sarvangasana, Shoulder Balance, »Königin der Asanas«
Schulterstand: Salamba Sarvangasana, Shoulder Balance, »Königin der Asanas«
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Eine der wichtigsten Übungen auf dem Weg zum Kopfstand ist die Grundhaltung der Stehhaltungen: die Berghaltung (tāḍāsana) – und dabei, das im Stehen geübte, in der Umkehr umsetzten. Die Arbeit der Beine, des Rumpfes und des Nackens, in Verbindung mit der Beweglichkeit in den Schultern und der Kraft in den Armen. Kombiniere den Kopfstand mit Schulterstand und Pflug (halāsana) oder dem halben Pflug (ardha halāsana). Das sollte die Basis deines täglichen Übens sein.

Wichtigste Prinzipien für die Arbeit an und in Umkehrhaltungen: Sei vorsichtig! Sei kühn! Wenn du dich gut vorbereitet hast, hast du Vorsicht praktiziert. Wenn das so ist, dann ist jetzt die Zeit gekommen, kühn zu sein.

»Immer wenn du nicht weißt was tun, üb´ einen Hund.« B.K.S. Iyengar

1 Jun 2021

... oder wie Kristina fordert: »Ein Hund am Tag muss schon sein!«

Down-dog-friends (so nennen sich gerne Yoga-Freunde aus dem englischen Sprachraum), Hund mit Gesicht nach unten, herabschauender Hund, Adho Mukha Śvānāsana, Sanskrit: अधोमुखश्वानासन – die saloppe umgangssprachliche Formulierung: Hund

Hund: Adho Mukha Svanasana, Hund mit Gesicht nach unten, Downdog+
oder

umgekehrter Hund 

Umgekehrter Hund: Urdhva Mukha Svanasana, Hund mit Gesicht nach oben, Updog+
 (Hund mit Gesucht nach oben, heraufschauender Hund, updog, Urdhva Mukha Śvānāsana, Sanskrit: ऊर्ध्वमुखश्वानासन) 

Wie diese Übungen [āsanas] letztendlich benannt werden, dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Wichtig jedoch ist das Praktizieren – und das hatte Mr Iyengar so formuliert: »Das Üben des Hundes, ist wie der Leerlauf (der Gangschaltung) im Auto ... immer wenn du nicht weißt was tun, üb´ einen Hund.«

Wichtig ist, so lange zu üben, bis du dich in der Endhaltung vollkommen wohl fühlst. Erst dann erlebst du die positiven Auswirkungen der āsanas. Asanas sorgen dafür, dass der Organismus in einen Zustand des perfekten Gleichgewichts gelangt.

»Die Vollkommenheit in einem āsana ist erlangt, wenn die Mühe seiner Ausführung zu Mühelosigkeit wird.«

Lebensmittel gegen Stress

1 Mai 2021

Hilfe kommt aus der Natur. Es gibt Lebensmittel die helfen Stress im Körper zu reduzieren und Krankheiten zu bekämpfen. Es ist Balance und Kraft, die auf Zellebene, von innen heraus entsteht. 

Blumenkohl, Brokkoli, dunkle Gemüsesorten wie Rote Beete, Okraschoten, Erbsen, Spargel, Artischocken, Süßkartoffeln, Lauch, Porree, Brunnenkresse, Bohnen, Linsen, brauner Reis, Haferflocken, Kleie, Mandeln, Pistazien, Nüsse, Sesam, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, grüner Tee, Rosmarintee. Und ganz wichtig: viel Wasser trinken! Körper, Gehirn und Stoffwechsel brauchen Wasser um Leistung zu bringen und gegen Stress gewappnet zu sein.

  • Aprikosen oder grünes Blattgemüse wie Spinat versorgen den Körper u.a. mit Magnesium. Magnesium hilft bei Kopfschmerzen, entspannt die Muskeln und reguliert das Stresshormon Cortisol.
  • Walnüsse, Mandeln, Pistazien oder Gemüse, wie Brokkoli und Okraschoten sind reich an Vitamin B und E, die den Blutdruck senken. Der Zink-Gehalt in Paranüssen erhöht die Angstschwelle und steigert die Stressresistenz. Viel Vitamin E in Mandeln verstärkt die zelluläre Resistenz gegenüber stressbedingten freien Radikalen.
  • Zitrusfrüchte, Acerola, Kiwi, Hagebutte, Grünkohl und alle Beerenarten sind Vitamin-C-Lieferanten, kontrollieren den Blutdruck und sorgen für strafferes Gewebe und ein reineres Hautbild.
  • Vollkornprodukte und Süßkartoffeln liefern Kohlenhydrate, sorgen für einen, über längere Zeit, stabilen Blutzuckerspiegel. Kohlenhydrate lassen das Gehirn mehr Wohlfühlhormone produzieren.
  • Gewürze wie Curry oder Kurkuma entlasten die Leber.
  • »Krebszellen mögen keine Himbeeren.« Rote und dunkle Beeren enthalten viele Antioxidanzien, also Stoffe, die die Zellen vor freien Radikalen schützen, die den Körper durch Umweltgifte, Alkohol usw. angreifen.
  • Senföle in scharfen Lebensmitteln, wie Meerrettich, wirken wie ein natürliches Antibiotikum.
  • Bittere Lebensmittel regen den Stoffwechsel an.
  • Johanniskraut wirkt Stimmungsaufhellend, entzündungshemmend, schmerzstillend und beruhigend.
  • Avocados haben einen hohen Vitamin-B-Anteil. Vitamin B ist besonders wichtig bei Stress.
  • Der hohe Anteil an Folsäure im Spargel hat stimmungsaufhellende Wirkung.
  • Vitamin A in Süßkartoffeln, Karotten, Staudensellerie, Mangold, Spinat und getrockneten Aprikosen sind wahre Jungbrunnen für die Haut.
  • ß-Carotin als Schutz vor UV-Strahlen bedingten Zellschäden, ist besonders in Rucola, Fenchel, Möhren, Spinat und Mangold.
  • Aminosäure Lysin, in Hülsenfrüchten enthalten, stärkt und schützt die Haut vor Infekten.

Atem ist Leben

1 Apr 2021

Spiritus [lat.: Hauch, Atem, Lebensgeist]

Medizinisch: Inspiration [lat.: Einhauchung]

Einatmen, Inspiration, bedeutet wesentlich mehr als einfach nur Luft einsaugen. Ausatmend stoßen wir nicht einfach nur Luft aus, wir entspannen, lassen los, am Ende auch das Leben selbst.

Unser Leben beginnt mit einem Einatem und endet mit einem Ausatem. Ohne Flüssigkeit überleben wir etwa vier Tage, ohne feste Nahrung etwa vier Wochen, aber ohne zu atmen nur zwei bis drei Minuten.

Der Atem ist mit sämtlichen Körpersystemen verknüpft. – Deshalb ist es wichtig, dass unsere Atmung und alle damit verbundenen Strukturen und Funktionen so gut wie irgend möglich arbeiten sollten.

Der Gasaustausch, die Aufnahme von Sauerstoff und die Ausscheidung von Kohlendioxid, findet in den Lungen statt.

Der Einatem ist aktiv. Durch Anheben der seitlichen Rippen und verstärktes Bewegen des Zwerchfells kann die normale Atmung vertieft und verfeinert werden. Dieses langsamere und tiefere, feine bewusste Atmen unterscheidet sich deutlich von einem angestrengten, forcierten Atmen.

Körperübungen und gute Körperhaltung sind von großer Bedeutung für die Atmung und diese wiederum für die Produktion der roten Blutkörperchen.

Die sauerstoffarme, kohlendioxidreiche, verbrauchte Luft wird mit dem Ausatem ausgeschieden. Je tiefer wir ausatmen, um so größer ist die Kapazität für das Einatmen, neuer, frischer Luft. Einatmend gelangt frischer Sauerstoff über die Lungen in den Blutkreislauf und wird durch die roten Blutzellen in alle Gewebe und Organe des Körpers transportiert.

Eine langsame, vertiefte, ruhige, feine, mühelose Ausatmung ist eine kontrolliert passive Bewegung, bei der sich die Atemmuskeln entspannen, die den Geist beruhigt und die bereits schon wieder, in aller Ruhe, auf den nachfolgenden Einatem vorbereitet und diesen feiner werden lässt.

Sämtliche Körpersysteme stehen mit dem Atemsystem in einer Wechselbeziehung. Deshalb beeinflussen alle Funktionen und Bewegungen des Körpers die Atmung und umgekehrt.

Stell dir dein sanftes Atmen wie das konstante Kommen und Gehen der Wellen am Strand vor. Die Wellen kommen einatmend. Die Wellen gehen ausatmend. Die Welle rollt mühelos am Ufer aus, flacht ab, das Fließen der Welle erschöpft sich bis zum Stillstand. Und dann die Umkehr, das sanfte Abfließen der feinen Rinnsale und Wassertropfen zurück ins Meer. Ein immer wiederkehrendes Kommen und Gehen. Das Meer in seiner Unermesslichkeit, bleibt unberührt vom Pulsieren seiner Wellen. Im Gegensatz zu uns.

Lass diese Schlichtheit, diesen Moment solch einer Ruhe, in der Beobachtung deiner Atembewegung, durch nichts stören.